Die EU ist bemüht, das Gleichgewicht zwischen Wirtschaftswachstum und dem Schutz der Umwelt zu halten. Sie hat sich in Bezug auf die Verringerung der Treibhausgasemissionen, die Steigerung der Energieeffizienz und die Förderung erneuerbarer Energien sowie die Reduzierung von Abfällen ehrgeizige Ziele gesetzt.
In diesem Zusammenhang ist eine Vielzahl sogenannter „grüner Arbeitsplätze“ entstanden, d. h. Arbeitsplätze, die zum Schutz der Umwelt bzw. zur Wiederherstellung des bisherigen Zustands beitragen. Um echte Nachhaltigkeit zu erzielen, muss jedoch sichergestellt werden, dass diese Arbeitsplätze sichere, gesunde und angemessene Arbeitsbedingungen bieten. „Grüne Arbeitsplätze“ müssen nicht nur gut für die Umwelt sein, sondern auch gut für die Arbeitnehme
Was sind „grüne Arbeitsplätze“?
Welches Wachstum kann die „grüne Wirtschaft“ verzeichnen?
Warum ist es so wichtig, Sicherheit und Gesundheitsschutz an „grünen Arbeitsplätzen“ zu berücksichtigen?
Wir tendieren dazu, das Wort „grün“ mit Sicherheit zu assoziieren. Doch was gut für die Umwelt ist, ist nicht unbedingt auch gut die Sicherheit und den Gesundheitsschutz von Arbeitnehmern an „grünen Arbeitsplätzen“. In einigen Fällen hat sich bereits gezeigt, wie neue Gesetze und Technologien, die für den Schutz der Umwelt konzipiert sind, dazu geführt haben, dass die Arbeitnehmer einem größeren Risiko ausgesetzt sind. Die Reduzierung der Menge an Abfall, die auf Deponien abgelagert wird, hat zu einer höheren Anzahl von Unfällen und Krankheiten bei den Arbeitnehmern geführt, die in diesem Bereich beschäftigt sind.
Die neuen Technologien und Arbeitsprozesse in Verbindung mit „grünen Arbeitsplätzen“ können neue Gefahren bergen, die neue Kombinationen von Fähigkeiten erforderlich machen. Das bisherige Wissen über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit lässt sich nicht einfach darauf übertragen. Zu Installation einer thermischen Solaranlage sind beispielsweise die Kenntnisse eines Dachdeckers, eines Klempners und eines Elektrikers erforderlich.
Die Geschwindigkeit, mit der die „grüne Wirtschaft“ voraussichtlich wachsen wird, könnte zu Qualifikationsdefiziten führen. Dann wären u. U. unerfahrene Arbeitnehmer an Prozessen beteiligt, für die sie nicht ausgebildet sind, so dass möglicherweise ihre Sicherheit und Gesundheit auf dem Spiel stehen. Es könnte auch eine stärkere Polarisierung bei den Arbeitnehmern in Bezug auf Fähigkeiten geben, infolgedessen Arbeitnehmer mit geringerer Qualifikation schlechtere Arbeitsbedingungen akzeptieren müssten. Schließlich ist auch nicht zu vernachlässigen, dass Bedenken in Bezug auf die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit aufgrund von wirtschaftlichem oder politischem Druck außer Acht gelassen werden könnten.
Wenn „grüne Arbeitsplätze“ wirklich nachhaltig sein sollen, muss dafür gesorgt werden, dass sie nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer von Vorteil sind. Auch in der „grünen Wirtschaft“ spielen hohe Sicherheit und guter Gesundheitsschutz bei der Arbeit eine tragende Rolle bei der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität. In diesem sich schnell entwickelnden Bereich muss sichergestellt werden, dass Maßnahmen, die gut für die Umwelt sind, auch gut für die Arbeitnehmer sind.
Was tut die EU-OSHA, um neue und aufkommende Risiken in Bezug auf die Sicherheit und den Gesundheitsschutz an „grünen Arbeitsplätzen“ zu vermeiden?
In Anbetracht der erwarteten Geschwindigkeit des Wachstums der „grünen Wirtschaft“ müssen neue oder aufkommende Risiken in Bezug auf die Sicherheit und den Gesundheitsschutz an „grünen Arbeitsplätzen“ prognostiziert werden, bevor sie auftreten. Aus diesem Grund hat die EU-OSHA eine umfassende Zukunftsstudie durchgeführt, in deren Rahmen die voraussichtliche Entwicklung der Arbeit an „grünen Arbeitsplätzen“ bis zum Jahr 2020 sowie die möglichen künftigen Herausforderungen für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit untersucht wurden. Die Studie gab Aufschluss über eine Reihe möglicher Zukunftsszenarien, bei denen die Entwicklungen im Bereich der „grünen Technologien“ unter verschiedenen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen untersucht wurden. Das Ziel ist es, die Aufmerksamkeit auf mögliche Risiken in Bezug auf die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit in diesem Bereich zu lenken und insbesondere den Entscheidungsträgern in der EU Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe diese die Arbeitsplätze von morgen gestalten und die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der europäischen Arbeitnehmer sicherstellen können.
Weitere Informationen:
Der Foresight-Bericht zu Sicherheit und Gesundheitsschutz an „grünen Arbeitsplätzen“
Praktische Informationen zur Gefahrenvermeidung an grünen Arbeitsplätzen
Die EU-OSHA hat außerdem Aspekte der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz eingehend untersucht, die mit bestimmten, in der Zukunftsstudie genannten grünen Technologiebereichen einhergehen, wie kleine Solarenergieanwendungen, nachhaltiges Bauen oder Windenergie.
Weitere Informationen:
- E-fact zu Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und kleinen Solarenergieanwendungen
- E-fact zu Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und nachhaltigem Bauen
- Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz und Windenergie: Lesen Sie denBericht und die Zusammenfassung (E-fact)
Außerdem stehen Checklisten zur Verfügung, die die Ermittlung der mit diesen grünen Technologien einhergehenden potenziellen Gefahren für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz von Arbeitnehmern unterstützen und Beispiele für Präventionsmaßnahmen enthalten. Diese Checklisten könnten zur Unterstützung der Gefährdungsbeurteilung an Arbeitsplätzen verwendet werden: